Licht am Arbeitsplatz
Zu einem ergonomisch gestalteten Arbeitsplatz gehört eine an die jeweilige Nutzung angepasste Beleuchtung. Geeignete Lichtverhältnisse können gute Sehbedingungen unterstützen und zu einem angenehmen Arbeitsumfeld beitragen.
Licht und Wohlbefinden
Tageslicht und der natürliche Wechsel von Hell und Dunkel spielen eine Rolle für den menschlichen Tag-Nacht-Rhythmus. Insbesondere in den dunkleren Monaten kann sich eine geringe Tageslichtexposition auf das persönliche Wohlbefinden auswirken.
Wie Licht wahrgenommen wird und welche Beleuchtung als angenehm empfunden wird, ist dabei individuell unterschiedlich.
Beleuchtung bei der Bildschirmarbeit
Bei der Bildschirmarbeit müssen sich die Augen regelmäßig an unterschiedliche Helligkeiten, Kontraste und Sehabstände anpassen. Ungünstige Beleuchtungssituationen, Blendung oder störende Reflexionen können die visuelle Belastung erhöhen.
Auch Reflexionen auf Monitoren können dazu führen, dass eine ungünstige Sitz- oder Kopfhaltung eingenommen wird. Eine geeignete Anordnung und Einstellung von Arbeitsplatz, Bildschirm und Beleuchtung kann dazu beitragen, solche Belastungen zu reduzieren.
Die Qualität der Beleuchtung ist deshalb ein wichtiger Bestandteil der ergonomischen Gestaltung eines Arbeitsplatzes.
Welche Beleuchtung ist geeignet?
Die Anforderungen an die Beleuchtung hängen von der jeweiligen Tätigkeit, der Arbeitsplatzsituation und den individuellen Sehbedürfnissen ab.
Für verschiedene Tätigkeiten können unterschiedliche Beleuchtungsstärken vorgesehen sein. Für typische Büroarbeitsplätze werden beispielsweise häufig Beleuchtungsstärken von etwa 500 Lux angesetzt. Für anspruchsvollere Sehaufgaben können höhere Werte erforderlich sein.
In Verkehrsbereichen oder bei Tätigkeiten mit geringeren Anforderungen an das Sehen können niedrigere Beleuchtungsstärken ausreichend sein.
Welche Werte im konkreten Fall maßgeblich sind, richtet sich nach der jeweiligen Nutzung und den einschlägigen technischen Anforderungen.
Auch individuelle Faktoren spielen eine Rolle. Mit zunehmendem Alter kann beispielsweise der persönliche Lichtbedarf für bestimmte Sehaufgaben steigen.
Darüber hinaus verändert sich der Bedarf an zusätzlicher künstlicher Beleuchtung abhängig von Tageszeit, Jahreszeit und vorhandenem Tageslicht.
Neben der Beleuchtungsstärke sind auch Faktoren wie Farbtemperatur und Farbwiedergabe relevant.
Warmweiße Lichtfarben werden häufig als eher behaglich wahrgenommen, während kühlere Lichtfarben einen sachlicheren oder aktivierenden Eindruck vermitteln können.
Typische Bereiche sind:
- warmweißes Licht: ca. 2.700 bis 3.300 Kelvin
- neutralweißes Licht: ca. 3.300 bis 5.300 Kelvin
- tageslichtweißes Licht: ca. 5.300 bis 7.500 Kelvin
Die Farbwiedergabe beschreibt, wie natürlich Farben eines beleuchteten Gegenstands unter einer bestimmten Lichtquelle erscheinen.
Tageslicht und künstliche Beleuchtung kombinieren
Natürliches Tageslicht ist ein wichtiger Bestandteil der Arbeitsplatzbeleuchtung und wird von vielen Menschen als angenehm empfunden.
Je nach Raum, Tageszeit und Jahreszeit steht Tageslicht jedoch nicht überall in gleichem Umfang zur Verfügung. Deshalb kann es sinnvoll sein, Tageslicht mit einer allgemeinen Raumbeleuchtung und einer individuell einstellbaren Arbeitsplatzbeleuchtung zu kombinieren.
Welche Kombination geeignet ist, hängt von der jeweiligen Raum- und Arbeitsplatzsituation ab.
Eine Kombination aus indirekter Allgemeinbeleuchtung und direkter Arbeitsplatzbeleuchtung kann dazu beitragen, die Beleuchtung an unterschiedliche Tätigkeiten anzupassen.
Ein Vorteil individuell steuerbarer Beleuchtung besteht darin, dass sich die Lichtmenge an die jeweilige Aufgabe und an Veränderungen der Arbeitsplatzsituation anpassen lässt.
Energiebedarf und Betriebskosten berücksichtigen
Eine bedarfsgerechte Steuerung der Beleuchtung kann – abhängig von Nutzungsdauer, vorhandener Beleuchtung und eingesetzter Technik – den Stromverbrauch der Beleuchtung verringern.
Auch die Wahl der Lichtquelle kann den Energieverbrauch beeinflussen. Bei LED-Lichtquellen unterscheiden sich Lichtausbeute und angegebene Lebensdauer je nach Produkt und Betriebsbedingungen. Für die Auswahl können die konkreten Herstellerangaben zu Energieverbrauch, Lichtausbeute und Lebensdauer herangezogen werden.
Bei der Auswahl einer Beleuchtung können die jeweils verfügbaren Angaben zur Energieeffizienz und zum Energieverbrauch berücksichtigt werden.
Darüber hinaus können je nach Produkt gesetzliche Anforderungen an Inhaltsstoffe, Produktsicherheit und Kennzeichnung relevant sein.
Vorhandene Kennzeichnungen und Prüfzeichen sollten entsprechend ihrer jeweiligen Bedeutung eingeordnet werden. Eine CE-Kennzeichnung dokumentiert die Erklärung des Herstellers, dass die für das Produkt einschlägigen EU-Anforderungen erfüllt werden. Unabhängige Prüfzeichen können darüber hinaus auf zusätzliche Prüfungen hinweisen, sofern dies für das jeweilige Zeichen vorgesehen ist.
Beratung bei der Arbeitsplatzbeleuchtung
Bei der Planung einer Arbeitsplatzbeleuchtung können Fachhandel, Einrichtungs- und Lichtplaner sowie geeignete technische Informationsquellen unterstützen.
Eine bedarfsgerecht geplante und gesteuerte Arbeitsplatzbeleuchtung kann gute Sehbedingungen unterstützen und dazu beitragen, Beleuchtung nur im jeweils benötigten Umfang einzusetzen.
Auch die Nutzung von Tageslicht und regelmäßige Aufenthalte im Freien können insbesondere in den dunkleren Monaten als angenehm empfunden werden.