MAUL - Eine Erfolgsgeschichte seit über hundert Jahren

Generation I - Die Firmen-Gründung

Jakob Maul, Gründer 1912

Mit vielen Ideen im Gepäck siedelte sich der 45-jährige Werkzeugmachermeister Jakob Maul 1912 an einer Wassermühle in Bad König an und fertigte dort mit einem kleinen Team Bürogeräte aus Metall. Die auf dem Grundstück vorhandene Wasserkraft bot den Vorteil eigener Elektrizitätserzeugung, denn ein öffentliches Stromnetz gab es seinerzeit noch nicht.

Mit drei Schlossern und einem Hilfsarbeiter wurden zunächst die Werkzeuge für die maschinelle Fertigung von Büroartikeln hergestellt. Dazu musste Jakob Maul jeden Mitarbeiter selbst anlernen, denn Werkzeugmacher waren - in dem für die Region im Odenwald vollkommen neuen Industriezweig - nicht vorhanden.

Das Sortiment umfasste Zettelhaken, Federleger, Tintenlöscher, Brieföffner und Buchstützen. Später wurde das Lieferprogramm erweitert durch Stempelträger, Briefklemmer, Schreibplatten, Kartenständer und Schreibzeuge.

Erstklassige Qualität und handwerkliches Können lagen dem Firmengründer am Herzen. Dazu kam das für damalige Verhältnis ungewöhnliche Engagement des Inhabers für die Mitarbeiter. So wurden schon zwei Jahre nach Gründung die Familien eingezogener Mitarbeiter während des ersten Weltkrieges längstmöglich unterstützt; die Belegschaft 1919 mit Brennstoff zum Selbstkostenpreis versorgt. Zum 25jährigen Jubiläum waren bereits 160 Mitarbeiter bei MAUL beschäftigt.

Generation II: Die Firmen-Expansion

Fritz Scharmann, Geschäftsleitung 1953-1971
Justus Sennert (der auch Chef-Fahrer war) aus Zell an der Stanze um 1950

1923 trat Diplom-Ingenieur Fritz Scharmann in die Firma ein und übernahm 1953 nach dem Tod seines Schwiegervaters Jakob Maul die Geschäftsleitung.

Durch sein Engagement für neue Produkte und seine konsequente und geradlinige Geschäftspolitik verhalf er dem Unternehmen zu einer starken Marktstellung im In- und Ausland.

In seiner Zeit wurden etliche bauliche Veränderungen vorgenommen, unter anderem Neubauten der Werkzeugmacherei und Montage sowie der Lackiererei, später dann die Errichtung eines Neubaus auf dem Nachbargrundstück mit 1.100 m² Grundfläche und 2.250 m² Etagenfläche für Rohlager, Stanzerei und Montage.

Die beginnende Weltwirtschaftskrise wurde mit Exportlieferungen, die einen Umsatzanteil von über 60 Prozent erreichten, überwunden. 1931 startete die Produktion des strategisch wichtigen Produktbereiches Briefwaagen. Dazu kamen Geschenkgarnituren für den Schreibtisch, ab 1956 Telefonarme. 1970 übernahm der Zeller Betrieb die Fertigung der Firma Ph. J. Maul in Hamburg, in der Jakob Maul bis 1912 gearbeitet hatte. Für die Belegschaft wurden drei doppelte Wohnhäuser für Betriebsangehörige und ein Unterstützungsfonds eingerichtet.

Generation III - Die Weiterentwicklung

Werner Scharmann, Geschäftsleitung 1971-2004
Helmut Scharmann, Geschäftsleitung 1971-2004
Walter Scharmann, Geschäftsleitung 1971-2004

Die drei Söhne Fritz Scharmanns, Werner und Helmut und Walter waren ab den 50er bzw. 60er Jahren im Unternehmen tätig. Während Werner Scharmann nach dem Tod des Vaters die Hauptverantwortung übernahm, leitete Helmut Scharmann den Fertigungsbereich. Walter Scharmann zeichnete sich für die Bereiche Verwaltung, Einkauf und Organisation verantwortlich.

Unter der Leitung der drei Brüder wurde viel in die Zukunft investiert, um auch weiterhin dem Unternehmenskonzept gerecht zu werden. Im Fokus lagen hohe Qualität und gutes Design der Produkte, kostengünstige Fertigungstechnik in mitarbeiterfreundlichen Produktionsstätten, schneller und zuverlässiger Kundenservice durch qualifizierte Mitarbeiter und enge Zusammenarbeit mit dem Bürofachhandel.

In den 70ern wurde die Fertigung von Kunststoffteilen mit der Errichtung eines Fertigungszentrums gestartet. Damit konnte der Fertigungsablauf durch kurze Transportwege rationeller gestaltet werden. Daneben stellte man erhebliche Mittel für die Entwicklung neuer Produkte und die Herstellung von Werkzeugen bereit. Die gewonnenen Preise für gutes Produktdesign gaben dem Verkauf zusätzliche Impulse.

Die Produktpalette setzte sich vor allem aus Briefwaagen, Ordnungsmitteln und nicht zuletzt aus Telefonschwenkarmen und Konzepthaltern zusammen. Erstmals konnten elektronische Brief-, Päckchen- und Paketwaagen ganz aus eigener Fertigung geliefert werden.

1987 wurde das 75-jährige Bestehen des Unternehmens mit einem großen Fest begangen. Die Kommanditgesellschaft wurde in eine GmbH umgeführt.

Generation IV - Die Weiterentwicklung

Stefan Scharmann, Geschäftsführer seit 1996
Biegepresse für Flipcharts bei MAUL

Mit Stefan Scharmann geht das Unternehmen in die 4. Generation. Zunächst führte er das Unternehmen gemeinsam mit Winfried Brand  (Technik) und Hermann Stühn (Werk Kirchen) in das nächste Jahrtausend. Seit 2004 ist er alleiniger Geschäftsführer. In den Neunzigern war Kooperation das strategische Thema. In Vertrieb, Einkauf, Fertigung und Entwicklung wurden Partner gefunden, mit denen man gemeinsame Stärken bündelte.

2001 erwarb die Jakob Maul GmbH alle Geschäftsanteile der Firma HEBEL. Ein neu eingerichtetes Stanzzentrum steigerte signifikant die Leistungsfähigkeit der Metallteilefertigung. Die elektronische Planung und Steuerung der Produktion (PPS) startete. 1994 wurde eine neue Fertigungshalle eingeweiht,  die Pulverbeschichtung unter Umweltgesichtspunkten erweitert. 2004 wurden in Kirchen eine Produktions- und Lagerhalle, in Zell ein Lagergebäude errichtet. MAUL besitzt seitdem eine Gesamt-Gebäudefläche von 18.000 m².

Anfang der 90er war die Entwicklung der neuen Bildschirmträger-Serie abgeschlossen. 1999 stellte MAUL die erste reine Solarbriefwaage der Welt vor. Zum ersten Mal gab es damit Solarwaagen zu Preisen vergleichbarer batteriebetriebener Waagen. Durch die Zusammenführung der Kompetenzen von MAUL und HEBEL entstanden viele Neuheiten im Bereich Präsentieren/Moderieren. Die erste von MAUL entwickelte und produzierte LED-Leuchte wurde vorgestellt. Mit über 50 Leuchten und einem Profi-Katalog präsentierte MAUL sich 2012 als Komplettanbieter bei den Büro-Leuchten.

Mehrere Mitarbeiter-Projekte wurden gestartet: die Einführung eines neuen Vergütungssystems sowie z.B. die Projektgruppen „Einkaufsvorteile“ und „Gesundheitsprogramm“. Die flache Hierarchie, die Gruppenarbeit, die intensiven Zielgespräche, die Prämienvergütung und die Gewinnbeteiligung bewirken, dass die qualifizierten MAULaner an einem Strang ziehen und die Unternehmensziele konsequent verwirklichen.

MAUL hat aktuell etwa 1200 Produkte im Sortiment und produziert mit 190 Mitarbeitern an zwei deutschen Standorten. Zum einhundertsten Jubiläum 2012 konnten die Ziele Jakob Mauls, deutsche Markenprodukte in Top-Qualität zu fertigen sowie Menschen in der Region sichere Arbeitsplätze und deren Familien eine beständige Lebensgrundlage zu bieten, über 100 Jahre fortgeführt werden.

MAUL Gesamtchronik

Download der ausführlichen MAUL Chronik
Stand: April 2021