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Wissenswertes


Biologisch wirksames Licht, Teil 3: Energieverbrauch, offene Fragen, Regelwerke und Informationen

Bisher wurde die Energieeffizienz von Leuchten nur daraufhin bewertet, wie die klassischen Sehaufgaben erfüllt werden können. Für biologisch aktivierende Wirkungen werden höhere Beleuchtungsstärken benötigt, die zwangsläufig auch mehr Energie verbrauchen.


Rund 25% - 30% mehr Energieaufwand erfordert ein Leuchtenkonzept mit biologisch wirksamem Licht, so die bisherigen Erfahrungen laut DIN SPEC 67600.

Dem stellen Wissenschaftler Folgendes entgegen: Neue Anlagen mit  biologisch wirksamem Licht sind aufgrund neuester Technik (z. B. Einsatz von LEDs) energiesparender; dynamisches Licht (reagiert z.B. automatisch auf An- und Abwesenheit im Raum oder Tageslichteinfall) verringert den Energieverbrauch. Eine verbesserte  Produktivität und Gesunderhaltung der Mitarbeiter ohne Ausfallzeiten sollte ebenfalls gegengerechnet werden.
Allerdings bezieht sich das in erster Linie auf komplett neu und ganzheitlich installierte Lichtanlagen.

Es gibt noch viel zu tun – offene Fragen

Fragen und Kritik biologisches LichtDie Grundlagenforschung zu diesem Thema ist sehr weit fortgeschritten Jedoch besteht für konkrete Anwendungsforschungen und Langzeitstudien noch erheblicher Bedarf. Wissenschaftler sind unterschiedlicher Meinung darüber, ob die aktuellen Erkenntnisse schon eine belastbare Grundlage für Anwendungsempfehlungen sein können.

Sehr oft geht es in den Beiträgen der Fachleute um die gesundheitlichen Risiken des biologisch wirksamen Lichts. Falsch angewendet, könnte es dem Organismus langfristig schaden. Es gibt große Bedenken, z.B. bei Nachtarbeit. Wenn der Körper z. B. in seinem natürlichen Rhythmus in eine Ruhephase tritt, man aber mit blauem Licht entgegenwirkt, welche schädlichen Langzeitwirkungen kann das haben? Und wieweit kann man die Leistungsfähigkeit eines Menschen steigern, ohne ihm zu schaden? Begriffe wie Neuro- oder Lichtdoping kursieren.

Der Mensch und seine Arbeits-Umgebung sind verschieden

Alter, Sehvermögen, Sehaufgabe, Tageslicht-Einfall und -Menge, Jahreszeit, Tageszeit, unterschiedlicher biologischer Rhythmus (Eule/Lerche), unterschiedliche Oberflächenstrukturen und -farben – all das gilt es zu beachten. Bei mehreren Personen in einem Raum ist es noch schwieriger, das optimale Licht für den Einzelnen zu schaffen. Können pauschalisierte Einstellungen dem gerecht werden oder evtl sogar kontraproduktiv sein? Individuell einstellbare Beleuchtungen haben das Problem, dass der Mensch gar nicht weiß, welches Licht  er gerade benötigt und auch nicht permanent darauf achten kann, wie es ihm gerade geht.

Könnte es aktuell nicht mehr Erfolg bringen, das zusätzliche Geld für biologisches Licht direkt in den Menschen zu investieren, also z. B in Prozessoptimierung, in übrige Arbeitsplatzergonomie oder in betriebliche Gesundheitsmaßnahmen?

Fazit: Richtig angewendet, kann biologisch wirksames Licht den Menschen das Sonnenlicht in die Innenräume bringen, um z. B. Wohlbefinden, Leistungsfähigkeit und Schlafqualität zu verbessern. Dazu braucht es aber ganzheitlich konzipierte, durchdachte Raumkonzepte, die auf den Einzelnen optimierbar  sind. Die Forschung ist hier noch voll im Gange. Plant man also einen Neubau oder eine Komplettsanierung, kann es sinnvoll sein, über biologisch wirksame Lichtkonzepte nachzudenken.

Regelwerke und Informationen

Auch mit biologisch wirksamer Beleuchtung behalten die bisherigen Anforderungen für  Licht am Arbeitsplatz ihre Gültigkeit. Die DIN EN 12464-1  und die ASR A3.4 zum Beispiel geben Informationen für eine gute Beleuchtungsqualität.

Soll das Licht zusätzlich noch biologisch wirksam sein, findet man Planungsempfehlungen dazu in der DIN SPEC 67600  sowie  in der  Vornorm  DIN SPEC 5031-100 (Strahlungsphysik im optischen Bereich und Lichttechnik). In licht.wissen 19 der Seite licht.de finden Sie den aktuellen Wissensstand ausführlich und verständlich beschrieben.

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Biologisch wirksames Licht - Teil 1: Die Grundlagen
Biologisch wirksames Licht - Teil 2: Am Arbeitsplatz

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