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Wissenswertes


Biologisch wirksames Licht, Teil 2: Am Arbeitsplatz

Auch an Arbeitsstätten verspricht man sich Erfolge hinsichtlich Leistungsfähigkeit und Wohlbefinden der Mitarbeiter. Morgens könnte man schneller in den Tag starten und dem Mittagstief könnte gegengesteuert werden.


Bilogisch wirksames Licht am ArbeitsplatzEin Nebeneffekt könnte eine verbesserte Schlafqualität in der Nacht sein.

Kriterien für biologisches Licht

Die bisherigen Anforderungen an Licht bleiben erhalten: Eine gute Beleuchtungsstärke muss  den jeweiligen Sehaufgaben entsprechen und innerhalb der Arbeitsfläche möglichst gleichmäßig sein. Direkt- und Reflexblendungen sind zu vermieden, das Licht muss flimmer- und flackerfrei, die Lichtfarben angenehm und die Farbwiedergabe gut sein usw. (Regelwerke sh. Ende des Artikels). Biologisch wirksames Licht ergänzt diese Vorgaben sinnvoll.

Die Anforderungen an eine biologisch wirksame Beleuchtung sind anspruchsvoll, deshalb sollte die Lichtplanung am besten von Beginn an in die Raumplanung integriert werden. Dabei müssen z. B. Tageslichteinfall im Tages- und Jahresverlauf und die Farbe der Oberflächen im Raum berücksichtigt  werden. Auch Raster vor den Leuchten können die Lichtqualität verändern.

Flächiges Licht von oben und von vorne

Grundsätzlich muss biologisch wirksames Licht flächig von oben und von vorne auf das Auge treffen, denn die retinalen Ganglienzellen sind  so im Auge angesiedelt, dass sie  natürliches Tageslicht von oben (so wie draußen vom Himmel)  erreicht. Das erzielt man durch großflächige Deckenleuchten oder indirekte Standleuchten, die die Decke  und obere Wandbereiche aufhellen. Arbeitsplatzleuchten können sinnvoll ergänzen, um die klassischen Sehaufgaben zu erfüllen.

Lichtfarbe, Lichttemperatur, Biologische LichtwirkungDynamisch in Farbtemperatur und Beleuchtungsstärke

Das Licht muss sich im Tagesverlauf verändern lassen: Aktivierende Wirkung ergibt sich aus höheren Beleuchtungsstärken und mehr Blauanteilen im Licht. Das ist morgens und zum Mittagstief sinnvoll. Geeignet ist hier Licht mit einer Farbtemperatur über 5300 K. Nachmittags und abends sollte der Blauanteil sinken, wärmere Lichtfarben unter 3.300 K sind hier zu empfehlen. Am wirksamsten wird biologisch wirksames Licht am Morgen nach vorangegangener Dunkelheit.

Die Beleuchtungsstärken müssen nach der Planungsempfehlung DIN SPEC 67600  beispielsweise mindestens 250 Lux bei 8.000 Kelvin erreichen, denn unterhalb dieser Grenze lässt sich keine signifikante biologische Wirkung nachweisen. Entscheidend sind die vertikalen Beleuchtungsstärken am Auge des Betrachters, die v.a. durch die wahrgenommenen Leuchtdichten der betrachteten Oberflächen bestimmt werden. Trotzdem muss das Licht weiterhin gemäß der Sehaufgaben angepasst werden. Licht.de empfiehlt an einem Büro-Arbeitsplatz deshalb z. B. eine Beleuchtungsstärke zwischen 500 Lux und aktivierenden 1.500 Lux.

Besonders geeignet sind  Räume, in denen man sich länger aufhält, denn das biologische System des  Menschen ist in seiner Anpassung deutlich träger als z. B. das visuelle System. Deshalb sind längere Beleuchtungszeiten notwendig, um Reaktionen zu erreichen. Sinnvoll sind also Räume wie Büro- und Konferenzräume oder Kantinen.

Lesen Sie auch
Biologisch wirksames Licht - Teil 1: Die Grundlagen
Biologisch wirksames Licht - Teil 3: Energieverbrauch, kritische Fragen, Regelwerke und Informationen

Quellenangabe, wenn nicht bereits genannt: DIN SPEC 67600, Stand April 2013, licht.wissen 19 von licht.de

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