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Wissenswertes


Biologisch wirksames Licht, Teil 1: Die Grundlagen

Licht bestimmt unseren Alltag, unser Leben dreht sich um die Sonne. Nur weil es sie gibt, konnte sich Leben auf der Erde entwickeln. Tag- und Nachtphasen bestimmen unsere innere Uhr.


Licht beeinflusst die innere Uhr, circadianer RhythmusWird es hell, wachen wir auf und sind leistungsfähig, wird es dunkel, kommen wir zur Ruhe und schlafen. Viele Körperfunktionen sind auf diesen Rhythmus ausgerichtet, messbar ist das z.B. an Herzschlag, Hormonen oder Atmung.

Zuwenig Tageslicht schadet der Gesundheit

Schon lange ist bekannt, dass Licht Einfluss nimmt auf unser Wohlbefinden, auf unsere Gesundheit und unsere Leistungsfähigkeit. Seit wir aber zunehmend Zeit in künstlich belichteten Räumen verbringen, verlieren Tag und Nacht mit ihren unterschiedlichen Helligkeiten an Bedeutung und die innere Uhr verschiebt sich. Auch die Psyche kann durch den Dauerentzug von natürlichem Tageslicht aus dem Gleichgewicht kommen, Erkrankungen wie die Winterdepression sind ein Beispiel dafür.

Die Entdeckung der retinalen Ganglienzellen

Lange war nicht klar, welche Vorgänge im Körper stattfinden, wie genau Licht unser Wohlbefinden steuert. Anfang dieses Jahrtausends entdeckten Wissenschaftler besondere Rezeptoren im Auge, spezielle Ganglienzellen. Sie sind lichtempfindlich und steuern die innere Uhr des Menschen, indem sie die Bildung des Schlafhormons Melatonin bremsen.
 
Bild: Retinale Ganglienzellen liegen vor allem im hinteren und unteren Bereich des Auges.

Der Blauanteil im Licht bremst die Melatoninbildung

Ganglienzellen reagieren auf den Blauanteil im sichtbaren SpektrumDiese Ganglienzellen reagieren besonders auf Licht mit hohen Blauanteilen mit  einer Wellenlänge von ca. 490 nm, ein Bereich im sichtbaren Lichtspektrum, der für die visuelle Funktion keine Bedeutung hat.
Ein hoher Blauanteil im Licht erhöht die Vitalität, steigert die Konzentration und verstärkt die Leistungsfähigkeit.  Wärmere Lichtfarben mit geringen oder keinen Blauanteilen stimmen den Körper auf die Nacht ein. So wird die Melatoninbildung nicht unterdrückt und man kann besser schlafen.

Mehr Lebensqualität

Dieser Erkenntnis machen sich Wissenschaftler zu Nutzen. Schon seit längerem werden Studien im Gesundheitswesen, in Altenheimen oder in Schulen durchgeführt. Die Ergebnisse sind überzeugend. Eine Feldstudie über 14 Monate  in einem Altenheim in Wien z. B. wies auf  eine spürbare Verbesserung der Lebensqualität hin. Auch in anderen Bereichen sind viele weitere Studien gestartet worden. So berichtet zum Beispiel der Chronobiologe Dr. Thomas Kantermann von einem Forschungsprojekt mit Leistungssportlern, die unter Licht mit hohen Blauanteilen rund 5% mehr Leistung brachten, eine Größenordnung, die mit Anabolika erreicht werden kann, aber mit deutlich geringeren Nebenwirkungen. Weitere Forschungen laufen zum Beispiel im Bereich der Langstreckenflüge oder zum Thema Burnout.

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Biologisch wirksames Licht Teil 2: Am Arbeitsplatz
Biologisch wirksames Licht Teil 3: Energieverbrauch, kritische Fragen, Regelwerke und Informationen

Quellen, wenn nicht bereits genannt: DIN SPEC 67600, Stand April 2013, licht.wissen 19 von licht.de.

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